Technik und Tipps
Informationen Tipps und Infos von Schrauber zu Schrauber
Hier findet ihr Informationen, Tricks und Kniffe um das Schrauber Leben ein wenig leichter zu machen und Folgefehler zu vermeiden.
Vielleicht auch ein Anreiz auf das ein oder andere etwas genauer zu achten oder unnötige Service Arbeiten nicht durchzuführen.
Habt ihr selbst was Interessantes was hier reingehört bitte per E-Mail an info@alteschmiede23.de
Entlüftungsventile
Obwohl bei den meisten Fahrzeugen ein Austausch der Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre Vorgeschrieben bzw. empfohlen wird, wird dieser selten bis gar nicht durchgeführt. Und wenn er dann mal gemacht wird, dann werden die Entlüftungsschrauben, sofern Sie noch gangbar sind, regelrecht an geknallt.
Mit Gewalt zugedreht. Das gilt auch für Fach und Marken Werkstätten. Richtig ist hier ein Drehmoment von 12 bis 14 Nm. Daten findet man Größtenteils auch in den Service Unterlagen Reparaturleitfäden etc.
Wenn ein Ventil dann nicht dicht ist, dann ist der Sitz nicht sauber oder defekt. In den meisten Fällen haben Entlüftungsventile eine Schlüsselweite von 9, 10 oder 11.
Der erfahrene Profischrauber hat das im Gefühl. Da wird mal eben der Ringschlüssel drüber gesteckt und elegant mit einem kräftigen Ruck angezogen. Problem hierbei in den meisten Fällen ist es zu viel.
Dazu kommt noch Korrosion da die Bremssättel und Radbremszylinder aus einer Guss Legierung sind und die Entlüftungsventile Stahl oder bei hochwertigeren Anlagen Edelstahl.
Auch die Position der Entlüftungsventile spielt eine Rolle. Bei sehr großen Anlagen von Sport Modellen sitzen die Ventile oben an den Sätteln. Meistens zwei Ventile, an denen sich Feuchtigkeit noch besser absetzten, kann und die Korrosion beschleunigt.
Spätestens der Moment, wenn dann ein Entlüftungsventil abreißt und ausgebohrt werden muss aufgrund eines Bremsschlauches zum Beispiel. Dann wird es teuer, entweder muss der alte mühsam ausgebohrt werden und kann mit Glück ersetzt werden. Ein Reparatursatz eingesetzt werden oder der Ganze Sattel getauscht.
Letzteres kann mal schnell 1000 bis 2000€ für einen Sattel sein aber auch schon 200 bis 300€ für eine Standardanlage sind ein Ärgernis.
Dem ganzen kann man entsprechend entgegen, wenn man bei einem Bremsflüssigkeits-Wechsel oder anderen Servicetätigkeiten die Entlüftungsventile einmal ganz herausdreht und mit Bremsenfett wieder ein setzt.
(Bremsenfett speziell für das einsetzten von Bremskolben in einen Sattel)
Defekte Entlüftungsventile mit Schäden am Sitz und oder Gewinde müssen direkt ausgetauscht werden. Das kann langfristig viel Geld und Ärger ersparen.
Die kleinen Zentrierschrauben in den Bremsscheiben dienen dazu, die Bremsscheibe in der Position zu halten, dass die Radbolzen Bohrungen der Bremsscheibe und die der Radnabe übereinstimmen und das während der Montage anderer Komponenten wie Bremssattel und Co. Die Bremsscheibe nicht herunterfallen kann.
Sie dienen nicht dazu die Bremsscheibe mit der Radnabe zu vereinigen oder als weitere Radschraube.
Auch hier gilt das Prinzip weniger ist mehr. Nicht sinnlos mit Kraft abziehen. Aufgrund von Korrosion reißen diese regelmäßig ab.
Und liebe Werkstätten und Schrauber wenn ihr ein Radlager wechselt und die Bremsen wieder montiert es gibt diese Schrauben auch neu. Es ist keinem damit geholfen, wenn ihr bei der Demontage aus einer Inbus einen Torx gemacht habt und diese dann wieder mit Gewalt anzieht.
Speziell die Auflage Fläche der Bremsscheiben an der Radnabe muss sauber und glatt sein, um keine Unwucht in der Bremsscheibe zu erzeugen. Des Weiteren ist es eine Kraftschlüssige Verbindung, beide Flächen sollen Plan sein.
Wenn Aufgrund des Alters eines Fahrzeuges die Auflageflächen vernarbt sind und sich nicht mehr leicht von eventuellen leichten Rostansetzten befreien lassen, müssen diese ausgetauscht werden. Je größer der Umfang einer Bremsscheibe, desto wichtiger ist dieser Punkt.
Im schlimmsten Fall habt ihr nicht viel von euren neunen Bremsscheiben und ihr müsst diese nach kurzer Zeit wieder austauschen.
In den meisten Fällen wird ein Wechseln der Bremsflüssigkeit durch den Hersteller alle 2 Jahre vorgeschrieben.
Gerade bei älteren Fahrzeugen wird es oft vernachlässigt oder auch schlicht vergessen.
Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, sie zieht Wasser aus der Luft und ja auch generell Wasser an. Dieser Umstand ist auch im eigentlichen Sinne gewollt, um Korrosion im inneren des hydraulischen Bremsanlagenteils zu vermeiden.
Aber zu viel Wasser ist System begünstigt Rost an den Bremssattelzylindern und Kolben. Speziell Rost ist hier ein Thema. Bremssättel müssen aufwendig instandgesetzt oder ausgetauscht werden in solchen Fällen.
Druck erzeugt wärme und es kann bei extremer Situation und auch speziell Bergabfahrten zu extrem hohen Temperaturen an der Bremsanlage führen. Wasser fängt an zu verdampfen und kann im schlimmsten Fall zu Bremsausfällen führen.
Die Bremsflüssigkeit sollte im Zweifelsfall ausgetauscht werden. Es sind im Verhältnis keine hohen Kosten und dienen der Sicherheit.
Grundsätzlich sollte auch bei allen Arbeiten an der Bremsanlage vor und nach den Arbeiten der Bremsflüssigkeitsstand geprüft werden.
Die Bremsflüssigkeit sollte nicht, bis maximum aufgefüllt werden!!! Außer Scheiben und Belege an Vorder- und Hinterachse sind gerade komplett getauscht worden.
Es ist schon mehr als einmal vorgekommen das beim Bremsenwechsel die Kolben zurückgedrückt wurden und die Bremsflüssigkeit aus dem Behälter gedrückt wurde.
!!!!!!!
Bei allen arbeiten mit Bremsflüssigkeit Augenschutz tragen!!!
Klimaservice muss das sein ?
Interessant was man so alles im Internet liest. Information einer großen „professionellen“ Werkstatt Kette.
Warum sollte man eine Klimawartung durchführen?
Jährlich gehen bis zu 10 Prozent des Kältemittels durch Schläuche und Verbindungselemente am Kompressor verloren. Wird dieser Kältemittelverlust nicht durch regelmäßige Klimaanlagenwartung ausgeglichen, muss Ihre Anlage höhere Belastungen tragen.
Wann sollte die Klimaanlage gewartet werden?
- Alle 24 Monate
- Im Zuge einer Inspektion
- Wenn die Kühlleistung abschwächt
Wie oft muss man das Kältemittel für die Klimaanlage nachfüllen?
Das Kältemittel sollte nachgefüllt werden, wenn die Leistung der Klimaanlage deutlich nachlässt. Beim jährlichen Klimaservice wird der Kältemittelstand gecheckt, auffüllen muss man allerdings meist nur alle zwei Jahre, vorausgesetzt, die Klimaanlage ist nicht defekt.
Wer hier ein wenig aufmerksam liest wird sich selbst, wenn er von Kältetechnik keine Ahnung hat fragen haben. Also alle 24 Monate sollte die Anlage gewartet werden im Zuge der Inspektion. Aber beim jährlichen Klimaservice ……
Was den nun und wer bis hier noch nicht wach geworden ist und etwas Rechnen kann der hat Panik das nach zwei Jahren schon 20% Kältemittel weg sind und die Anlage nicht mehr kühlt. Und dann noch die hohen Belastungen der Anlage.
Eine einfache Rechnung
Wir haben derzeit 49 Millionen KFZ in Deutschland registriert. Old und Youngtimer ohne Klima mal pauschal abgezogen bleiben ca. 45 Millionen über.
Größere KFZ-Klimaanlagen liegen bei 1000 bis 1200 Gram Kältemittel kleinere bei 600 bis 800 Gram. Durchschnitt pauschal 850 Gram
45.000.000 x 0,85 = 38.250.000 kg Kältemittel. Das sind dann mal eben 38.250 Tonnen Kältemittel. Ausgehend von einem jährlichen Verlust von 5% macht das mal eben 1.912,5 Tonnen Kältemittel im Jahr.
Das da bisher nicht das Klima Ministerium den Kleber angerührt hat bleibt ein Rätsel.
Im Bereich der Industrie/ Gewerbe Kälte inklusiven Splitklimageräten gab es in den Jahren 2019 bis 2023 im Schnitt 53 Tonnen / Jahr Verluste von Kältemittel. Wobei speziell im Bereich der kleinen Split Klimaanlagen, die keiner Wartungspflicht unterliegen lag die Verlustrate bei unter 1%.
2023 gab es gut 36200 angemeldete KFZ-Werkstäten, Machen wir der Einfachheit halber 40 tausend draus, das macht mal eben 1125 x Klimaservice je Betrieb im Jahr.
Spätestens hier sollte sich der eine oder andere Fragen wollen, die mir was verkaufen was ich nicht brauche.
Wir wollen hiermit keinem etwas unterstellen aber diese pauschalisierten Aussagen sind irreführend und basieren auf Annahmen.
Innerraum Filter
Der Innenraum Luftfilter sollte grundsätzlich einmal im Jahr gewechselt werden. 85 bis 90% der Luft für den Innenraum ist reine Frischluft. Von Staubpartikel, Blätter, Pollen, Fliegen, Mücken alles sollte im besten Fall am Filter bleiben und nicht in das Lüftungssystem gelangen.
10 bis 15% sind Umluft. Modernere Fahrzeuge haben Luftqualitätssensoren, die beispielsweise in einem Tunnel oder im Stau die Lüftung umschalten so das wenig, bis keine Abgase angesaugt werden.
Bei einigen Fahrzeugen gibt es Vorfilter und dahinter weitere Pollenfilter / Feinfilter je nach System. Hier sollten grundsätzlich beide Filter getauscht werden. Leider ist es bei dem einen oder anderen Modell auch sehr aufwändig den Filter zu tauschen, daher wird es in Einzelfällen auch nur lieblos oder gar nicht gemacht.
Aber es sollte gemacht werden um Folgefehler zu vermeiden die am Ende viel Geldkosten.
Ein Beispiel
Mazda 3, 20 Jahre alt 82.000 km Laufleistung. 10 Jahre gewartet bei Mazda danach in einer freien Werkstatt. Der Filter ist ein einziger Klumpen Masse aus Filterflies, Dreck und Schimmel.
Es ist im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen ein nicht unerheblicher Aufwand bei diesem Modell. Verkleidung unter dem Handschuhfach ausbauen, Steuergerät, Halterung und dann den verschraubten Deckel, hinter dem sich der Filter befindet mit Schrauben, die man kaum sehen kann. Nicht in fünf Minuten gemacht also lieber schnell ein Häkchen setzen.
Das der Wagen von Innen riecht ist kein Wunder. Nach dem Austausch des Filters und reinigen des Filterbereichs ist der Geruch verschwunden und die Lüftung bringt auf Stufe drei die Leistung, die vorher auf Stufe sechs erreicht wurde.
Anmerkung
Laut vorhandenen Unterlagen wurde der Filter wohl mal bei Mazda gewechselt. Ein Klima Service mit abpumpen und prüfen des Kältemittels nie durchgeführt.
Die Klimaanlage bringt volle Leistung und kühlt einwandfrei.
Bei der Kühlung der Luft entsteht unweigerlich Kondenswasser. Der Klimaanlagen Verdampfer entzieht der Luft das Wasser.
Jeder hat es schon mal erlebt das Badezimmer ist um die 20°C warm, eine längere heiße Dusche und der Spiegel beschlägt das im schlimmsten Fall die Tropfen daran runter laufen. Der Spiegel ist kalt der Wasserdampf wärmer. Entsprechend ist der Ablauf im Auto derselbe nur hier soll das Kondensat nach Außen abtropfen bzw. ablaufen.
Am besten sehen kann man es im Sommer, hohe Außentemperatur das Auto ist aufgeheizt und man startet den Motor, Klimaanlage an. Jetzt sollte sich unter dem Auto schnell eine kleine Pfütze bilden.
Im weiteren Betrieb kann es sein das es ausbleibt ein paar Hersteller haben die Abläufe so positioniert das, das Kondensat auf den Auspuff tropft je heißer dieser wird, desto besser verdampft das auslaufende Wasser wieder. Wichtig ist das die Abläufe frei sind und nicht verstopft sind. Andernfalls läuft das Wasser irgendwann aus dem Lüftungssystem und kriecht unter den Teppich.
Wenn das Wasser vernünftig Ablaufen kann und der Luftfilter regelmäßig ausgetauscht wird bleibt das System sauber.
Und das Beste daran, wenn Kondenswasser austritt, das weiß man das die Klimaanlage auf jeden Fall irgendwie, irgendwo kalt wird.
Der Kondensator hat nichts mit dem Kondenswasser im Innenraum zu tun wie der Name vielleicht vermuten lässt. Hier wird das Gasförmige Kältemittel heruntergekühlt und verflüssigt. Es Kondensiert in dem vorgesehenen Kondensator.
Der Kondensator sitzt bei den meisten Fahrzeugen vor dem Motorkühler. Somit erste Anlaufstelle für Verschmutzungen und Steinschläge. Mit der Zeit setzen sich bei einigen die Kühllamellen durch Insekten und andere Verschmutzungen zu. Je höher der Verschmutzungsgrad, desto schlechter wird die Kondensation und letztendlich auch die Kälteleistung. Durch die kleinen Steine, zum Beispiel werden die Lamellen des Kondensators beschädigt was den Luftfluss und somit auch die Leistung weiter minimiert.
Starke Steinschläge können auch die Rohre in den Kühlern zerstören was zu einem komplett Verlust des Kältemittels führt.
Gehört in den meisten Fällen zu den vergessenen Ölen.
Einige Hersteller geben Wechselintervalle von 80 tkm bis 100tkm an viele reden aber auch von einer Lifetime Füllung. Hier verhält es sich wie bei vielen Versprechen der Hersteller und keiner definiert die Lebenszeit. Im Fall, dass es so sein sollte, dann aber unter der Bedingung der statistisch definierten Benutzungen unter der Voraussetzung das.
Servolenkungen sind meistens mit farblichem Hydrauliköl gefüllt, rotes, grünes, blaues wobei die Farbe keinen Rückschluss auf den Hersteller oder die Sorte zulässt.
Nach Jahren ist meistens keine Farbe mehr im Ursprung zu erkennen, grau, braun, schwarz alles dabei. Teilweise riecht es auch verbrannt. Viele merken noch nicht einmal das die Servo Schwergängiger wird da es ein schleichender Prozess ist. Spätestens wenn die Pumpe anfängt Geräusche zu machen ist es in vielen Fällen zu spät.
Ölfilter? Ja und nein, bei älteren PKW gab es durchaus Hydraulikölfilter, diese sind aber größtenteils verschwunden. In den meisten Fällen sind feine Siebe in den Ausgleich / Vorratsbehältern verbaut. Diese kann man nicht wechseln. Gerade wenn man die Servolenkungspumpe austauscht, schreiben einige Hersteller sogar vor oder raten an, den Behälter mit auszutauschen.
Jedes Jahr einmal das Servoöl kontrollieren kann nicht schaden und selbst eine Spülung ist bei vielen Modellen relativ einfach und kostengünstig.
Der Austausch eines Lenkgetriebes hingegen kann je nach Hersteller 2.000,-€ kosten.